Liebe Kolleginnen,

die Entwicklungen rund um die „Corona-Krise“ sind nach wie vor dynamisch und gerade für die freiberuflich tätigen Hebammen mit vielen Unklarheiten versehen.

Mit dieser Mail möchten wir Euch und Ihnen die Informationen weitergeben, die uns vorliegen, wohl wissend, dass sich stündlich Änderungen und neue Empfehlungen ergeben können.
Wir bitten um Verständnis, dass wir nicht mit jeder neuen Information eine weitere Rundmail schicken können. Bitte haltet Euch / halten Sie sich selbst informiert, indem Sie sich regelmäßig in auf der Homepage des DHV oder unserer SHV-Homepage erkundigen:

https://saechsischer-hebammenverband.de/informationen-zur-aktuellen-lage-corona/

Auf der Homepage des DHV sind neben allgemeinen Empfehlungen und Informationen auch juristische Einschätzungen der Kanzlei Hirschmüller zu verschiedenen Fragen eingestellt. Die Kanzlei überarbeitet derzeit die juristischen Einschätzungen vom 13.3. Neue Entwicklungen, Empfehlungen, Informationen oder Vorschriften werden laufend eingestellt.

Als Berufsverband können wir zwar Informationen weitergeben und versuchen auch, dies möglichst tagesaktuell zu tun, aber die Zuständigkeit und auch die Verantwortung liegt bei den Gesundheitsämtern. Diese sollten verbindliche Handlungsanweisungen für Hebammen herausgeben, äußern sich aber selbst auf Nachfrage nur allgemein oder gar nicht.

Noch immer liegen uns keine verbindlichen oder gar einheitlichen Empfehlungen der Gesundheitsämter zum Verhalten bei Hausbesuchen oder Kursen und zum Vorgehen bei fehlenden Händedesinfektionsmitteln vor. Wir haben dazu eine Anfrage an das Ministerium für Familie, Soziales und Verbraucherschutz gestellt. Sobald die Antwort vorliegt, stellen wir sie Ihnen zur Verfügung.

Von etlichen Kolleginnen ist zu hören, dass sie ihre aufsuchende Tätigkeit einstellen. Hierzu habe ich die Kanzlei Hirschmüller angefragt und folgende Informationen erhalten:
Wenn die Hebamme selbst oder eines ihrer Familienmitglieder infiziert ist oder Kontakt zu Infizierten hatte, oder aber wenn sie die notwendigen Schutzmittel wie Händedesinfektionsmittel nicht hat und deshalb die Einhaltung der Hygieneregeln nicht garantieren kann, ist es rechtens, wenn sie Wochenbettbesuche und Vorsorgen absagt. Liegt keiner dieser Gründe vor und sie kündigt trotzdem den Behandlungsvertrag mit der Frau, könnte eine sogenannte „Kündigung zur Unzeit“ vorliegen. Damit wäre die Frau berechtigt, Schadensersatz zu verlangen. Die Hebamme würde vertragsbrüchig gegenüber ihrem Vertragspartner, den Krankenkassen.

Zur Zeit führt der DHV Gespräche mit dem Krankenkassenspitzenverband zu geänderten Abrechnungsmodalitäten für Kurse und Betreuungen. Es gibt Signale dafür, dass die Krankenkassen der Abrechnung von Leistungen mit Kommunikationsmedien offen gegenüberstehen. Es wurde nachgefragt, ob in der aktuellen Situation Geburtsvorbereitung als Einzelunterweisung möglich wäre. Über die Ergebnisse der Gespräche wird der DHV informieren, sobald sie vorliegen.

Das Sächsische Ministerium hat auf seiner Website die aktuellen Erlasse und Empfehlungen veröffentlicht:

https://www.sms.sachsen.de/coronavirus-faq.html?_cp=%7B%22accordion-content- 5670%22%3A%7B%227%22%3Atrue%7D%2C%22previousOpen%22%3A%7B%22group%22%3A%22a ccordion-content-5670%22%2C%22idx%22%3A7%7D%7D#a-5682

Eine Verdienstausfallsentschädigung kann bei der Landesdirektion für Inneres, Soziales und Gesundheit (LDS) beantragt werden, wenn die Hebamme sich in verordneter Quarantäne befindet. Die Antragsformulare sind auf der folgenden Website herunterzuladen:

https://www.lds.sachsen.de/soziales/?ID=15508&art_param=854 https://www.kbv.de/media/sp/PraxisInfo_Coronavirus_Entschaedigung.pdf

Empfehlenswert ist der Podcast des Virologen Christian Droste:

https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html

Die Hebamme und Bloggerin Jana Friedrich hat eine gute Zusammenstellung auf ihre Website gestellt. Sie eignet sich auch zur Weitergabe an verunsicherte Frauen: https://www.hebammenblog.de/schwangerschaft-geburt-stillen-in-zeiten-des-coronavirus-covid-19/

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hat Hinweise und FAQs für Schwangere und Säuglinge zusammengestellt: 
https://www.dggg.de/news/hinweise-und-faq-zum-coronavirus-fuer-schwangere-und-saeuglinge- 1181/

Informationen rund um den Themenbereich Stillen und Muttermilch gibt die Unicef:

https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/blog/coronavirus-das-sollten-eltern-und-schwangere- wissen/211680

Der Verband der Still- und Laktationsberaterinnen Österreich hat eine gute Zusammenstellung von Informationen auf seiner Website:
https://www.stillen.at/vsloe-empfehlung-corona-virus-covid-19-und-stillen/

Auch das Europäische Institut für Stillen und Laktation informiert:

http://www.stillen-institut.com/de/coronavirus-covid-19-und-stillen-aktuelle-empfehlungen.html

Auf den folgenden Websiten sollte sich die Hebamme regelmäßig über neue Entwicklungen, Empfehlungen und mögliche Einschränkungen informieren:

Robert-Koch-Institut:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

Deutscher Hebammenverband:

www.hebammenverband.de

Bundesgesundheitsministerium:

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html